SCHUFA verstehen und eigene Daten prüfen

Ein Kredit, ein Handyvertrag oder eine neue Wohnung: Häufig wird dabei eine SCHUFA-Auskunft eingeholt. Sie soll helfen einzuschätzen, wie zuverlässig jemand seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommt. Die SCHUFA ist eine private Wirtschaftsauskunftei. Sie vergibt selbst keine Kredite und entscheidet auch nicht darüber, wer eine Wohnung bekommt.


Was ein SCHUFA-Eintrag bedeutet

Ein Eintrag ist nicht automatisch etwas Schlechtes. Gespeichert werden beispielsweise Angaben zu Bankverbindungen, Krediten und zum Zahlungsverhalten. Auch ein ordnungsgemäß zurückgezahlter Kredit gehört dazu. Eine unbezahlte Rechnung führt dagegen nicht automatisch zu einem zulässigen Negativeintrag: Dafür müssen die rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sein.

Was der Score aussagt

Der Score ist eine statistische Einschätzung des Zahlungsausfallrisikos. Er ersetzt keine Prüfung der persönlichen Finanzlage. Gerade bei einer Finanzierung muss die Bank auch Einkommen, Ausgaben, bestehende Verpflichtungen und das Vorhaben betrachten. Ein guter Score allein bezahlt schließlich noch keine Kreditrate.

Seit dem 17. März 2026 bietet die SCHUFA einen neuen Score mit zwölf Kriterien und einer Skala von 100 bis 999 Punkten an. Ein höherer Wert steht grundsätzlich für eine günstigere Einschätzung. Den eigenen Wert und seine Berechnung können Sie nach Registrierung und Identitätsprüfung kostenlos im SCHUFA-Account einsehen.

Die Umstellung bei den angeschlossenen Unternehmen erfolgt schrittweise. Während der Übergangszeit sind auch ältere Modelle im Einsatz; für bestimmte Zwecke gibt es besondere Scores. Der im Account angezeigte Wert ist deshalb nicht zwingend die einzige Bewertung, die bei einer Kreditanfrage eine Rolle spielt.

Datenkopie oder Nachweis für den Vermieter

Für die eigene Kontrolle gibt es die kostenlose Datenkopie nach Artikel 15 der Datenschutz-Grundverordnung. Das Auskunftsrecht ist nicht auf einmal jährlich begrenzt. Bei offensichtlich unbegründeten oder exzessiven Anträgen gelten allerdings gesetzliche Ausnahmen.

Die Datenkopie enthält persönliche Informationen und ist für Ihre eigene Prüfung gedacht. Geben Sie sie einem Vermieter nicht ungeprüft vollständig weiter. Für die Weitergabe bietet die SCHUFA gesonderte, kostenpflichtige Bonitätsnachweise an. Klären Sie vorher, welcher Nachweis tatsächlich benötigt wird. Für die kostenlose Datenkopie ist kein kostenpflichtiges Abonnement erforderlich.

Fehler möglichst vor der Kreditanfrage klären

Prüfen Sie Namen, Anschriften, Verträge und gemeldete Zahlungsstörungen. Ist etwas falsch, verlangen Sie bei der SCHUFA und beim meldenden Unternehmen eine Berichtigung und fügen Sie passende Belege bei. Eine berechtigte Forderung verschwindet allerdings nicht schon deshalb aus der Auskunft, weil sie inzwischen bezahlt wurde. Ob und wann Daten zu löschen sind, hängt von der Art des Eintrags und den geltenden Regeln ab.

Guter Rat: Schauen Sie rechtzeitig vor einer größeren Finanzierung in Ihre Daten. Dann bleibt Zeit, Unstimmigkeiten zu klären. Bei einem Kreditvergleich sollten zunächst Konditionen verglichen werden; fragen Sie nach einer SCHUFA-neutralen Konditionsanfrage.

Aktuelle Datenschutzinformationen: https://www.schufa.de/global/datenschutz/

Stand: 25.10.2026